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Miracle Morning: Das sind die Grundprinzipien der Morgenroutine

Was haben viele erfolgreiche Menschen gemeinsam? Sie stehen früh auf. Das sogenannte "Mircale-Morning-Prinzip" greift diesen Punkt auf und gibt dir die Möglichkeit, dein Leben auf entspannte und produktive Weise in die Hand zu nehmen!

Miracle Morning: Ein Gegenbeispiel

Kennst du das Gefühl, morgens nach einer viel zu kurzen Nacht aufzuwachen, deinen lärmenden Wecker verwirrt anzustarren und deinem ersten Reflex folgend erst einmal die Snooze-Taste zu drücken? Wenigstens noch fünf Minuten länger schlafen. Der Wecker klingelt wieder. Snooze. Kurz einschlafen. Klingeln. Snooze. Klingeln. Genervt wirfst du einen Blick auf die Uhr. Schon 7 Uhr! Panisch springst du auf und rennst ins Bad.

Kurz nach acht kommst du endlich bei der Arbeit an. Völlig außer Atem. Frustriert. Und trotzdem zu spät. Das wird heute nicht dein Tag. Den ganzen Tag fühlst du dich müde und hast Probleme, dich zu konzentrieren. Du schaffst viel weniger, als du eigentlich wolltest. Am Abend bist du wütend auf dich selbst, auf die Welt und deinen blöden Handywecker und wünschst dir, du könntest diesen Tag einfach ungeschehen machen.

Ein solcher Tag ist den meisten von uns sicherlich nicht völlig unbekannt. Und ausgelöst wird er meistens durch einen stressigen Morgen. Doch wie kann das Prinzip des Miracle Mornings solchen Tagen vorbeugen? Wie kann ich ruhiger und produktiver werden, wenn ich jetzt noch früher aufstehen soll?

Was kann ich durch "Miracle Morning" erreichen?

Der Begriff des „Miracle Morning“ wurde von Hal Elrod in seinem gleichnamigen Buch geprägt. Laut Elrod ist ein harmonischer Morgen die essentielle Grundlage für einen erfolgreichen Tag, da uns ein ruhiger, inspirierender und produktiver Start ein positives Gefühl vermittelt, welches uns den ganzen Tag über begleiten wird.

Mehrere Tage, Wochen und Monate, die wir vermehrt als positiv wahrgenommen haben, stärken wiederum eine glückliche Grundeinstellung. Diese Einstellung hilft uns, im Alltag bessere Entscheidungen zu treffen, präsent zu sein und auch kleine positive Augenblicke wertzuschätzen.

Eine Morgenroutine, die dich entspannt, zuversichtlich und geordnet in den Tag entlässt, ist demnach ein Grundstein für ein glückliches und erfülltes Leben. Denn laut Elrod können wir durch die Umsetzung des Mircale-Morning-Prinzips Bereiche pflegen, die wir im stressigen Alltag vernachlässigen, die für unsere persönliche Entwicklung jedoch von enormer Wichtigkeit sind. Dazu gehören z.B. Gesundheit, Spiritualität oder soziale Beziehungen. Dies erlaubt es uns wiederum, Ziele zu erreichen, Leidenschaften zu entwickeln und zu pflegen und Durchbrüche zu erzielen, die uns bisher unerreichbar vorkamen. 

Mit der richtigen Einstellung kann eine durchdachte Morgenroutine dein Leben daher entscheidend verändern. Laut Elrod musst du dafür nur eine Stunde eher aufstehen, als du es gewohnt bist. 

So funktioniert die Morgen-Routine

Diese Stunde sollst du jedoch nicht dafür nutzen, durch soziale Medien zu scrollen, Nachrichten zu sehen oder die Wäsche zu machen. Diese wertvolle 60 Minuten gehören nur dir allein und daher solltest du sie in dein persönliches Wohlergehen und deine individuelle Entwicklung investieren. Lass dein Handy daher  ausgeschaltet und sei in dieser kurzen Zeitspanne einfach mal für niemanden erreichbar.

Die grundlegenden Prinzipien der Morgen-Routine, beschreibt Elrod mit den sogenannten sechs „Life-SAVERS“, die Anhaltspunkte für deine morgendlichen Abläufe geben. Er weist dabei jedem Aspekt eine bestimmte Zeitspanne zu, sodass du am Ende nicht länger als 60 Minuten benötigst. Teilweise sind diese Zeitangaben äußerst knapp bemessen. Probier die Abläufe deshalb einfach selbst einmal aus und passe sie an deine individuellen Bedürfnisse an.

1. Silence – Beginn deinen Morgen mit Stille!

Beginne deinen Morgen direkt nach dem Aufstehen bzw. einem kurzen Gang ins Bad mit mindestens fünf Minuten völliger Stille. Der Morgen bietet oft einen guten Zeitpunkt, um in sich hineinzuspüren, da du nach dem Schlaf zunächst frei von äußeren Einflüssen bist und dein Kopf noch nicht voller Gedanken ist.

Eine gute Möglichkeit, dies umzusetzen, ist eine fünf- bis zehnminütige Meditation. Dafür kannst du zum Beispiel eine Meditationsapp nutzen. Du kannst jedoch auch bestimmte Atemübungen praktizieren. Wichtig ist, dass du zunächst nur den Stand der Dinge wahrnimmst und Gedanken und Gefühle nicht bewertest.

2. Affirmations – Formulier positive Glaubenssätze!

Affirmationen sind eine Art positive Glaubenssätze, die du für dich und deine Lebenslage formulierst und wiederholst, um dich in eine positive Grundstimmung zu versetzen.

Das fühlt sich anfangs vielleicht etwas ungewohnt an, da wir unbewusst im Alltag oft eher negative Gedanken entwickeln. Wir vergleichen uns mit anderen und reden uns ein, wir seien nicht gut genug. Wir hätten ja doch mehr erreichen können.

Das nimmt uns oft den Mut und Tatendrang, neue Dinge auszuprobieren und Projekte durchzuziehen. Um deine persönlichen Affirmationen zu entwickeln, solltest du folgende Faktoren beachten:

  • Was willst du erreichen? (Ziel)
  • Warum willst du es erreichen? (Sinn)
  • Identifizierst du dich mit deinem Ziel? (Sein)
  • Was tust du, um dein Ziel zu erreichen? (Tun)

Die Fragen sind so formuliert, dass sich deine Antworten größtenteils aus positiven Aussagen zusammensetzen werden. Du konzentrierst dich auf das, was du jetzt konkret tun kannst, um deinen Zielen näher zu kommen. Dabei musst du keine Energie verschwenden, um jetzt schon darüber nachzudenken, welche Probleme eventuell irgendwann einmal auftreten könnten.

Eine relativ allgemeine Affirmation könnte z.B. so aussehen:

  • Ich möchte gelassen, glücklicher und ausgeglichener werden, (Ziel)
  • Um mehr Lebensfreude zu verspüren, bessere Entscheidungen zu treffen und mich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren zu können. (Sinn)
  • Ich habe das Potenzial, das Beste aus meinem Leben zu machen und ich habe das Recht, ein erfülltes Leben führen zu können. (Sinn)
  • Ich werde mir mehr Zeit für mich selbst nehmen und lernen, besser auf meinen Körper, meine Gefühle und Empfindungen zu hören. (Tun)

Affirmationen können sich auch auf konkretere Dinge beziehen, zum Beispiel auf einen neuen Job, eine wichtige Prüfung, das Erlernen einer neuen Fähigkeit, Beziehungen zu Familie und Freunden. Dabei kannst du auch zwischen kurz- und langfristigen Zielen unterscheiden. Schreib dir deine Affirmationen auf und sprich sie jeden Morgen laut aus, um sie dir klar vor Augen zu führen.

3. Visualisation – Nutze deine Fantasie!

Wie auch schon die Affirmationen zielen Visualisierungen darauf ab, den Fokus auf die Ziele deines Lebens zu richten, die dir wirklich wichtig sind. Zudem stärken sie deine Motivation zu handeln, da du dich auf positive Gedanken konzentrierst.

So solltest du dir bei der Visualisierung ausmalen, wie du in Zukunft deine Ziele erreichen wirst. Möchtest du zum Beispiel ein Buch schreiben, stellst du dir jetzt vor, wie du das fertige Exemplar in den Händen hälst und wie du dich dabei fühlen würdest. Wenn du einen bestimmten Job haben willst, malst du dir aus, du hättest diesen Job bereits und stellst dir vor, wie es wäre, in diesem Gebiet zu arbeiten.

Versuch dir diese Ziele so detailliert wie möglich vorzustellen. Schon allein durch deine Fantasie wirst du dabei vielleicht merken, wie sich deine Mundwinkel nach oben ziehen und du dich in eine positive Grundstimmung versetzt. Indem du dich konkret dabei beobachtest, wie du dein Ziel erreichst, steigerst du außerdem dein Selbstbewusstsein und den Glauben daran, dass diese Situation tatsächlich eintreten kann.

4. Exercise – Bring deinen Kreislauf in Schwung!

Nimm dir am Morgen wenigstens 20 Minuten Zeit, dich zu bewegen. Durch die Erhöhung der Herzfrequenz und indem du deinen Körper spürst, wirst du dabei bereits deutlich wacher werden. Zudem kennst du es vielleicht selbst, dass du dir fest vornimmst heute Sport zu machen, wenn du nach Hause kommst. Aber nach einem langen Arbeitstag verspürst du weder Kraft, noch Motivation, dich zu bewegen.

Dies umgehst du, indem du deine Sporteinheit auf den Morgen verlegst. So gehst du mit dem guten Gefühl zur Arbeit, bereits etwas für deine Gesundheit getan zu haben.

Welche Sportart du wählst, hängt dabei ganz von deinen eigenen Bedürfnissen ab. Wähle jedoch eine Sportart, die dir wirklich Freude bereitet und die sich für dich nicht zu kräfteraubend und intensiv anfühlt. Das kann zum Beispiel ein Yoga-Flow, eine Pilates-Einheit, eine Jogging-Runde oder auch eine Form des Krafttrainings sein.

5. Reading – Lass dich inspirieren!

Nun hast du Zeit, ein Buch oder einen Artikel deiner Wahl in Ruhe zu lesen. Laut Elrod sollte dies im Rahmen einer 60-minütigen Morgen-Routine circa 20 Minuten dauern. Du kannst natürlich jede Form von Literatur wählen, die dich anspricht. Empfehlenswert ist es jedoch, nicht-fiktionale Bücher zu bevorzugen, mit denen du dich in verschiedenen Themenbereichen weiterbilden kannst.

So hast du nun die Zeit, dich mit allen möglichen Themen zu beschäftigen, die dich immer schon interessiert haben, wie etwa Selbstentwicklung, mentale Gesundheit, Ernährung, Bewegung, und so weiter. Du wirst bald merken, wie erstaunliche viele Bücher du in ein paar Monaten lesen wirst, wenn du dir dafür jeden Morgen nur 20 Minuten Zeit einbaust.

6. Scrivening – Schreib in dein Tagebuch!

Um deine Morgen-Routine abzuschließen und motiviert und positiv in den Tag zu starten, solltest du dir laut Elrod mindestens fünf Minuten Zeit nehmen, einen Eintrag in deinem Journal (einer Art Tagebuch) zu verfassen.

Dafür ist es empfehlenswert, bestimmte Satzanfänge zu vervollständigen, wie zum Beispiel:

  • Ich bin heute dankbar für:…..
  • Ich freue mich auf den heutigen Tag, weil….
  • Gestern war ein schöner Tag, weil…
  • Heute nehme ich mir vor, dass…

Nachdem du dich durch deine Affirmationen und Visualisierungen mit deinen Zielen beschäftigt hast, konzentrierst du dich in diesem Teil auf all die positiven Aspekte, die bereits da sind und die du in der Hektik des Alltags oft gar nicht mehr wahrnimmst oder als selbstverständlich ansiehst. Denn oft sind wir viel zu sehr damit beschäftigt, zu überlegen, was wir noch haben, erreichen und perfektionieren könnten. Wir verlieren dabei all die kostbaren Dinge aus den Augen, die unser Leben bereits bereichern, wie unsere Gesundheit, Sicherheit, Familie, Freunde, etc.

Indem du dir diese Aspekte  bewusst vor Augen führst, empfindest du Dankbarkeit für deinen momentanen „Ist-Zustand“ und lernst, Dinge wertzuschätzen, die für andere Menschen nicht selbstverständlich sind.

Aber ich bin nun mal kein Morgenmensch!

Vielleicht denkst du dir jetzt, dass sich das in der Theorie gut anhört, aber eine Stunde eher aufstehen ist bei dir auch beim besten Willen nicht drin. Manche Menschen sind eben einfach nicht für den Morgen gemacht!

Mit der richtigen Einstellungen und den richtigen Routinen kann es jedoch jedem Menschen gelingen, seinen Alltag umzustruktieren. Zumal wirst du bald merken, wie sehr du von dieser einen Stunde am Morgen, die nur dir selbst gehört, profitieren kannst.

Für den Anfang kannst du dir auch erst einmal vornehmen, es eine Woche lang auszutesten und dabei herauszufinden, wie du die beschriebenen Schritte und Rituale an deine persönliche Situation anpassen kannst.

Um dabei morgens besser aus dem Bett zu kommen, kannst du diese Tipps und Hinweise ausprobieren:

  • Etablier eine feste Abendroutine: Die Grundlage für einen guten Start in den Tag legst du bereits am Abend zuvor. Nach einer erholsamen Nacht wird es dir deutlich leichter fallen, früh aufzustehen. Eine entspannende Abendroutine kann dabei helfen, schneller ein- und ruhiger durchzuschlafen. Mehr Tipps: Schlafstörungen: Tipps für einen ruhigeren Schlaf
  • Vermeide die Snooze-Taste: Wir drücken die Snooze-Taste, weil wir das Geräusch des Weckers als störend empfinden und überhaupt keine Motivation zu verspüren, jetzt aufzustehen. Doch was wird passieren? Dein Wecker wird dich in drei Minuten erneut nerven und irgendwann wirst du es schließlich nicht vermeiden können, doch aufzustehen. Du schiebst das „Problem“ also nur auf und verschlimmerst es sogar noch: Statt mit Vorfreude und einem guten Gefühl zu starten, verbringst du die ersten Minuten des Morgens damit, dir einzureden, wie müde und erschöpft du noch bist und so gar keine Lust auf den Tag hast. Zudem wirst du durch das ständig kurze Einschlafen und Wiederaufwachen nur noch müder werden. Steh deshalb sofort auf, wenn dein Wecker klingelt und schalte ihn direkt aus.
  • Verbann deinen Wecker in die andere Ecke des Raumes: Um gar nicht erst in die Versuchung zu kommen, die Snooze-Taste zu nutzen, kannst du deinen Wecker oder dein Handy weit weg von deinem Bett platzieren, sodass du auf jeden Fall aufstehen musst, um ihn auszustellen. Und wenn du dann schon einmal stehst, kannst du auch direkt dein Bett ordentlich machen und mit einer Meditation deine Morgen-Routine beginnen!

Das Buch: „Miracle Morning Die Stunde, die alles verändert“ von Hal Elrod (Irisiana Verlag, ISBN: 978-3424153118, 18,00 Euro)

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